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BARF & Ernährung

BARF Gemüse für Hunde: Welches ist erlaubt? (Liste + Mengen 2026)

29. Mai 2026 15 Min. Lesezeit BARF & Ernährung

Kurze Antwort:
Geeignetes BARF-Gemüse ist u. a. Zucchini, Möhre, Kürbis, Gurke, Fenchel, Kohlrabi und Feldsalat. Der Gemüseanteil liegt beim BARFen bei 10–15 % der Gesamtration — für einen 25-kg-Hund sind das rund 60–90 g pro Tag. Giftig und daher vollständig zu meiden sind Zwiebeln, Lauch, Avocado, Weintrauben und rohe Kartoffeln.

Gemüse macht beim BARFen nur 10–15 % der Ration aus — aber kaum eine Komponente wirft so viele Fragen auf. Welches darf rein, welches nicht? Roh oder gedämpft? Wie viel für einen 30-kg-Hund? Und warum reicht es nicht, einfach den Kühlschrank-Rest in die Schüssel zu schütten?

Dieser Artikel gibt dir eine vollständige Erlaubt-/Verboten-Tabelle, erklärt die Gründe hinter den Empfehlungen und liefert eine Dosierungstabelle nach Hundegröße — alles, was du für die tägliche Praxis brauchst.

Warum brauchen BARFende Hunde überhaupt Gemüse?

Hunde sind keine Pflanzenfresser — aber auch keine reinen Carnivoren. Im Verdauungssystem ihrer natürlichen Beutetiere findet sich angedautes Pflanzenmaterial: Gräser, Früchte, Wurzeln. Beim BARFen übernimmt Gemüse diese Pflanzenfraktion und ergänzt die Ration um Nährstoffe, die Fleisch, Knochen und Innereien allein nicht vollständig abdecken.

Drei Gründe, warum Gemüse in die BARF-Ration gehört:

  • Ballaststoffe: Lösliche und unlösliche Fasern fördern die Darmflora, regulieren die Verdauungsgeschwindigkeit und ernähren nützliche Darmbakterien. Besonders lösliche Ballaststoffe — wie im Kürbis oder in der Pastinake — wirken ausgleichend bei Durchfall und Verstopfung.
  • Phytonährstoffe: Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Carotinoide und Glucosinolate haben entzündungshemmende, antioxidative und zellschützende Eigenschaften. Sie kommen in keiner tierischen Zutat in vergleichbarer Form vor.
  • Ergänzende Mikronährstoffe: Folsäure, Vitamin K, Kalium und Mangan sind in pflanzlichen Lebensmitteln in anderen Mengenverhältnissen vorhanden als in Fleisch und Innereien — und ergänzen die Ration an Stellen, wo Fleisch allein knapp werden kann.

Wichtig zu verstehen: Hunde produzieren Vitamin C selbst in der Leber. Gemüse ist kein Pflicht-Vitamin-C-Lieferant — wirkt aber unterstützend, besonders bei älteren oder kranken Tieren mit erhöhtem oxidativem Stress.

Was Gemüse beim BARFen nicht leisten soll: Es ist kein Hauptenergielieferant und kein Ersatz für fehlende tierische Nährstoffe. Protein, Kalzium, Phosphor und die fettlöslichen Vitamine kommen aus Fleisch, Knochen und Innereien. Wenn trotzdem Nährstofflücken entstehen, liegt der Fehler fast immer in der tierischen Komponente — nicht im Gemüseanteil. Was Mangelerscheinungen beim BARFen verraten, erklärt unser Artikel zu BARF-Mangelerscheinungen beim Hund.

Der richtige Gemüseanteil beim BARFen

Der verbreitete Richtwert liegt bei 10–15 % der Gesamttagesration. Die gängigen BARF-Methoden setzen in der getreidefreien Variante (80/20) jeweils 15 % Gemüse und 5 % Obst an. Für die meisten Hunde sind 10 % Gemüse ein guter Ausgangspunkt — ausreichend für die Ballaststoff- und Phytonährstoffversorgung, ohne die Proteinbilanz der Ration zu verwässern. Wichtig: Der Prozentwert allein sagt noch nichts darüber aus, welche Nährstoffe tatsächlich in der Ration landen — das hängt von den konkreten Gemüsesorten ab.

Sinnvolle Anpassungen: Bei übergewichtigen Hunden kann kalorienarmes Gemüse (Zucchini, Gurke) den Gemüseanteil auf 15–20 % anheben, um Volumen ohne Kalorien zu schaffen. Bei Hunden mit empfindlicher Verdauung empfiehlt sich ein Start mit 5 % — langsam auf 10 % erhöhen, wenn der Darm sich eingespielt hat.

BARF Gemüse: Die vollständige Erlaubt-/Verboten-Liste

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Gemüsesorten und ihre Eignung beim BARFen. Die Einstufungen basieren auf etabliertem veterinärmedizinischen Wissen zu Hundernährung und Giftstoffkunde.

Gemüse Eignung Maximale Menge Zubereitung Hinweis
Zucchini ✅ Ja bis 15 % roh geraspelt oder gedämpft Sehr gut verträglich, kalorienarm — ideal bei Übergewicht
Möhre (Karotte) ✅ Ja bis 15 % roh geraspelt oder fein gewürfelt Hoch an Beta-Carotin; roh hart = gut für Zähne und Kautraining
Kürbis ✅ Ja bis 15 % roh geraspelt, gedämpft oder püriert Reguliert Verdauung zuverlässig; hilft bei Durchfall und Verstopfung
Gurke ✅ Ja bis 15 % roh, fein gehackt oder scheibchenweise Ca. 95 % Wasser, kaum Kalorien — saisonal besonders gut im Sommer
Fenchel ✅ Ja bis 10 % roh fein gehackt oder gedämpft Ätherische Öle wirken blähungslindert; empfehlenswert für magensensible Hunde
Kohlrabi ✅ Ja bis 15 % roh geraspelt Reich an Vitamin C und Vitamin B6; wird von den meisten Hunden gut akzeptiert
Feldsalat ✅ Ja bis 15 % roh, fein püriert oder gehackt Guter pflanzlicher Eisenlieferant; reich an Folsäure und Vitamin E
Rucola ✅ Ja bis 10 % roh, püriert Reich an Calcium und Vitamin K; leicht bitter, wird oft gut akzeptiert
Endiviensalat ✅ Ja bis 10 % roh, fein geschnitten oder püriert Ballaststoffreich; Bitterstoffe regen die Gallensaftproduktion an
Pastinake ✅ Ja bis 10 % roh geraspelt oder gedämpft Süßlicher Geschmack, von Hunden sehr gern gefressen; gut verdaulich
Sellerie (Knollen + Stängel) ✅ Ja bis 10 % roh geraspelt oder gegart Reich an Kalium und Vitamin K; leicht entwässernd — bei Nierenerkrankungen mit Tierarzt abstimmen
Rote Beete ✅ Ja bis 10 % roh geraspelt Reich an Folsäure, Mangan und Eisen; kann Urin und Kot rötlich färben — harmlos
Spargel ✅ Ja bis 10 % roh oder gegart, klein geschnitten Asparagusinsäure und ihre Abbauprodukte können Urin intensiver riechen lassen — völlig harmlos; gut verträglich
Paprika (rot/gelb/orange) ⚠️ Wenig max. 5–10 % roh, ohne Kerne und Stielansatz Reife Früchte sind gut verträglich und sehr reich an Vitamin C; Kerne und grüne Pflanzenteile enthalten Solanin → meiden
Tomate (reif) ⚠️ Wenig max. 5 % roh, ausschließlich vollreife Früchte Unreife Tomaten und grüne Pflanzenteile (Stiele, Blätter) enthalten Solanin → giftig. Nur vollreife, rote Tomate in kleinen Mengen.
Spinat ⚠️ Selten max. 5 %, gelegentlich roh oder kurz blanchiert, püriert Hoher Oxalsäuregehalt hemmt die Kalziumaufnahme. Nicht täglich füttern, insbesondere nicht bei Hunden mit Neigung zu Nierensteinen.
Mangold ⚠️ Selten max. 5 %, gelegentlich blanchiert bevorzugt Wie Spinat: erhöhter Oxalsäuregehalt. Blanchieren reduziert die Oxalsäure deutlich.
Brokkoli ⚠️ Wenig max. 5 % roh oder gedämpft, klein geschnitten Glucosinolate können in größeren Mengen die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. 1× pro Woche in kleinen Mengen ist unbedenklich.
Blumenkohl, Rosenkohl, Weiß-/Rotkohl, Wirsing ⚠️ Selten max. 5 %, selten gedämpft bevorzugt Alle Kreuzblütler enthalten Glucosinolate + können Blähungen verursachen. Gedämpft verträglicher als roh. Nur gelegentlich.
Knoblauch ⚠️ Umstritten Tierärztlich als giftig eingestuft (Allium-Verbindungen → Hämolyse). Von einigen BARF-Praktikern in Spurenmengen genutzt — im Zweifel weglassen.
Zwiebeln, Schalotten, Lauch, Schnittlauch ❌ Giftig — niemals Alle Allium-Gewächse enthalten N-Propyl-Disulfid → oxidativer Schaden an roten Blutkörperchen → hämolytische Anämie. Auch in gekochter Form giftig.
Avocado ❌ Giftig — niemals Enthält Persin (in Frucht, Kern, Schale und Blättern) → Erbrechen, Durchfall, Pankreatitis-Risiko durch hohen Fettgehalt. Alle Teile konsequent meiden.
Weintrauben und Rosinen ❌ Giftig — niemals Hochtoxisch → kann akutes Nierenversagen auslösen. Auch kleinste Mengen sind gefährlich. Auch Sultaninen und Korinthen betroffen.
Rohe Kartoffeln ❌ Roh giftig — niemals roh Solanin konzentriert sich in der Schale, in grünen Stellen und in der rohen Knolle → Vergiftungssymptome. Auch als Stärkequelle nicht BARF-typisch.
Rhabarber ❌ Giftig — niemals Extrem hoher Oxalsäuregehalt, besonders in den Blättern → Nierenschäden. Alle Pflanzenteile meiden.
Rohe Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen) ❌ Roh giftig — niemals roh Enthalten Lektine und teilweise cyanogene Glycoside. Rote Kidneybohnen roh sind stark giftig (Phytohämagglutinin). Beim BARFen nicht üblich.
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Die besten BARF-Gemüsesorten im Überblick: Zucchini, Möhre, Kürbis, Fenchel, Kohlrabi und Feldsalat gehören zur soliden Grundausstattung — abwechslungsreich kombiniert liefern sie Ballaststoffe, Phytonährstoffe und wichtige Vitamine.

Welches Gemüse hat den höchsten Nährwert? (Top 10 für BARFende Hunde)

Nicht alle erlaubten Gemüsesorten sind ernährungsphysiologisch gleichwertig. Die folgende Tabelle zeigt die nährstoffreichsten Sorten und erklärt, warum sie eine gute Wahl für die BARF-Ration sind und wie häufig du sie einsetzen solltest.

Gemüse Wichtigste Nährstoffe Besondere Stärke beim BARF Empfohlene Häufigkeit
Möhre Beta-Carotin (Vit. A), Kalium, Ballaststoffe Einer der besten Beta-Carotin-Lieferanten; fördert Sehvermögen und Immunfunktion täglich möglich
Kürbis Beta-Carotin, lösliche Ballaststoffe, Kalium Reguliert Verdauung zuverlässig — bei Durchfall und Verstopfung gleichermaßen wirksam täglich möglich
Feldsalat Eisen, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E Guter pflanzlicher Eisenlieferant; besonders wertvoll in der Kombination mit Innereien täglich möglich
Kohlrabi Vitamin C, Vitamin B6, Ballaststoffe Vielseitig einsetzbar, gut verträglich, von den meisten Hunden problemlos akzeptiert täglich möglich
Zucchini Vitamin C, Kalium — sehr kalorienarm Ideal für übergewichtige Hunde: Volumen und Ballaststoffe ohne Kalorien täglich möglich
Fenchel Calcium, Kalium, ätherische Öle (Anethol) Wirkt blähungslindert; gut geeignet für Hunde mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt täglich möglich
Rote Beete Folsäure, Mangan, Eisen, Betain Unterstützt Blutbildung; rötliche Verfärbung von Urin und Kot ist harmlos 1–2× pro Woche
Paprika (rot) Vitamin C (sehr hoch), Carotine, Vitamin B6 Enthält unter den gängigen BARF-Gemüsen besonders viel Vitamin C 1–2× pro Woche, max. 5–10 %
Sellerie Kalium, Vitamin K, Folsäure Leicht entwässernd; gut für aktive Hunde und solche mit Neigung zu Wassereinlagerungen 1–3× pro Woche
Brokkoli Vitamin C, Vitamin K, Calcium, Eisen Nährstoffdicht, aber Glucosinolate limitieren die erlaubte Menge auf max. 5 % pro Portion 1× pro Woche max.

Die Faustregel für eine gute Gemüserotation: Wähle täglich 2–3 verschiedene Sorten aus der ✅-Kategorie, wechsle über die Woche ab und ergänze 1–2× pro Woche die nährstoffreichen ⚠️-Sorten (Paprika, Brokkoli) in kleinen Mengen.

Wie viel Gemüse pro Tag? Dosierung nach Hundegröße

Der Gemüseanteil beim BARFen liegt bei 10 % der Gesamttagesration als solider Ausgangspunkt (bis zu 15 % bei übergewichtigen oder ballaststoffbedürftigen Hunden). Die Gesamtration berechnet sich nach dem Körpergewicht — Richtwert für adulte Hunde mit normaler Aktivität: 2–3 % des Körpergewichts täglich. Welche Prozentzahl für deinen Hund passt, hängt von Alter, Aktivität, Kastration und Gesundheitszustand ab. Mehr dazu im Artikel BARF-Nährstoffbedarf Hund.

Die folgende Tabelle zeigt die Gemüsemengen auf Basis von 2,5 % Körpergewicht als Tagesration (mittlere Aktivität, adulter Hund):

Körpergewicht BARF-Tagesration (2,5 %) Gemüse bei 10 % Gemüse bei 15 %
5 kg 125 g 13 g 19 g
10 kg 250 g 25 g 38 g
15 kg 375 g 38 g 56 g
20 kg 500 g 50 g 75 g
25 kg 625 g 63 g 94 g
30 kg 750 g 75 g 113 g
40 kg 1.000 g 100 g 150 g
50 kg 1.250 g 125 g 188 g

Diese Werte sind Richtwerte. Sehr aktive Hunde benötigen eine höhere Gesamtration (bis 3 %), wenig aktive oder übergewichtige Hunde eher 2 %. Welpen und Senior-Hunde haben andere Bedarfswerte — für eine präzise Berechnung für deinen Hund nutze unseren BARF-Wochenplan-Rechner oder den Hauptrechner.

Gemüsemix vs. Einzelgemüse: Was ist besser beim BARFen?

Im Handel gibt es fertige Gemüsemixe und Gemüseflocken, die speziell fürs BARFen vermarktet werden. Sie sind praktisch — aber nicht zwingend die beste Wahl. Hier ein direkter Vergleich:

Selbst gemixtes Frischgemüse ist die nährstoffreichste Option. Du weißt genau, was drin ist, kannst auf saisonale und regionale Sorten zurückgreifen und die Zusammensetzung bei Bedarf anpassen. Gefrostetes Gemüse (TK-Gemüse aus dem Supermarkt) ist ebenfalls eine gute Wahl: Das Schockfrosten bricht die Zellwände auf — was die Nährstoffverfügbarkeit sogar verbessern kann verglichen mit rohem ungemahlenen Gemüse.

Fertige BARF-Gemüsemixe (frisch oder gefroren) sparen Zeit und sind oft gut zusammengestellt. Worauf du achten solltest: Keine Zwiebeln oder Knoblauch in der Zutatenliste. Kein Mais als Hauptbestandteil. Kein Zusatz von Getreideflocken oder Kartoffeln, wenn du kohlenhydratarm barfen möchtest. Und: Check den Fettgehalt — manche Mixes enthalten Rapsöl oder andere Öle, die du in deiner Gesamtrechnung berücksichtigen musst.

Gemüseflocken (getrocknet) sind praktisch für unterwegs oder als Notfallvorrat. Nährstoffgehalt ist geringer als bei Frisch- oder TK-Gemüse, weil Trocknung und Verarbeitung Vitamine reduzieren. Für gelegentlichen Einsatz völlig in Ordnung — als Dauerlösung ist frisches oder TK-Gemüse vorzuziehen.

Was nie ein guter Ersatz ist: Industriell vorgekochte Gemüse-Fertigprodukte (Babynahrung, Konservengemüse in Salzlake), Gemüsebrühe-Pulver oder gewürzte Fertigmischungen. Diese enthalten oft Salz, Konservierungsmittel oder Zwiebelextrakt — alles Zutaten, die für BARFende Hunde nicht geeignet sind.

Gemüse beim BARFen richtig vorbereiten

Hier liegt einer der häufigsten Anfängerfehler: Der Hund bekommt ein Stück rohe Möhre oder eine halbe Zucchini in die Schüssel — und frisst sie entweder gar nicht, oder verdaut sie kaum. Der Grund: Hunde können die Zellulose-Zellwände von Pflanzen nicht effizient aufschließen. Das Pflanzenmaterial passiert den Darm weitgehend unverdaut.

Die Lösung ist mechanische Zerkleinerung, die Zellwände aufbricht und Nährstoffe freigibt:

  • Raspeln (Reiben): Die einfachste Methode für festes Gemüse wie Möhre, Kohlrabi, Zucchini und Kürbis. Eine grobe Küchenreibe reicht aus. Das Ergebnis wird gut angenommen und ist gut verdaulich.
  • Pürieren / Mixen: Gründlichste Methode — besonders für Blattsalate (Feldsalat, Rucola, Spinat) und weiches Gemüse. Der Mixer schließt mehr Zellwände auf als die Reibe. Viele BARFer bereiten wöchentlich eine größere Menge Gemüsebrei vor und frieren ihn portionsweise ein.
  • Kurz dämpfen (nicht kochen): Blanchieren oder Dämpfen erweicht die Zellwände ohne nennenswerten Vitamin-C-Verlust. Besonders empfehlenswert für Kreuzblütler (Brokkoli, Kohl), Spinat und Mangold — der Dampfprozess reduziert gleichzeitig Glucosinolate und Oxalsäure.
  • TK-Gemüse auftauen: Durch das Einfrieren platzen Zellwände auf. Aufgetautes TK-Gemüse — kurz vor dem Füttern aufgetaut und grob zerkleinert — ist oft besser verdaulich als frisches, rohes, unverarbeitetes Gemüse.

Was du bei der Zubereitung immer vermeidest: Salz, Zwiebeln, Knoblauch, Öle in der Gemüsekomponente (Öle gehören direkt auf die fertige Ration und werden separat dosiert — mehr dazu im Artikel Seaalgenmehl und Omega-3-Ergänzungen), sowie Gewürze jeder Art.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Gemüsegabe

Die Erlaubt-Liste kennen und trotzdem Fehler machen — das passiert häufiger, als man denkt. Hier die fünf verbreitetsten Probleme:

1. Zu viel auf einmal. Ein plötzlicher hoher Gemüseanteil — besonders wenn der Hund bisher kein Gemüse kannte — überlastet den Darm und führt zu Durchfall, Blähungen oder Kotverweigerung. Start mit 5 % der Ration, über 2–3 Wochen langsam auf 10–15 % erhöhen.

2. Unzerkleinert füttern. Ein ganzes Stück Zucchini oder eine rohe Möhre liefert dem Hund fast keine Nährstoffe — die Zellulosewände bleiben intakt. Immer raspeln, pürieren oder zumindest fein würfeln.

3. Immer dieselbe Sorte. Wer wochenlang nur Möhre gibt, verpasst die unterschiedlichen Nährstoffprofile der anderen Gemüsesorten. Rotation ist das Schlüsselprinzip. Wechsel alle 2–3 Tage zwischen drei verschiedenen Sorten — dann deckt die Gemüsekomponente automatisch ein breiteres Spektrum ab.

4. Kreuzblütler in zu großen Mengen. Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Weißkohl — alle enthalten Glucosinolate, die in größeren, regelmäßigen Mengen die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen können. Max. 5 % pro Portion und max. 1× pro Woche ist die sichere Zone.

5. Verbotene Sorten durch Unachtsamkeit. Zwiebeln kommen nicht bewusst in die BARF-Ration — aber sie verstecken sich in Gemüsemixes, Gemüsebrühe, Tischresteverwertung und fertig gewürztem Fleisch. Immer die Zutatenliste von Fertigprodukten lesen, bevor etwas in die HundeSchüssel wandert.

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Häufig gestellte Fragen zum Thema BARF Gemüse

Welches Gemüse darf der Hund beim BARFen täglich fressen?

Täglich geeignet sind Zucchini, Möhre, Kürbis, Gurke, Fenchel, Kohlrabi, Feldsalat, Endiviensalat, Pastinake und Rote Beete. Diese Sorten sind gut verträglich, enthalten keine relevanten Antinutrienten in normalen Mengen und können ohne Bedenken rotiert werden. Wichtig: Auch „täglich geeignetes“ Gemüse sollte abgewechselt werden — täglich dasselbe liefert ein schmales Nährstoffspektrum.

Wie viel Gemüse pro Tag für einen 30-kg-Hund?

Bei einem 30-kg-Hund mit normaler Aktivität liegt die Gesamttagesration bei ca. 750 g (2,5 % Körpergewicht). Der Gemüseanteil bei 10 % entspricht dann 75 g pro Tag, bei 15 % sind es ca. 113 g. Das kannst du auf 1–2 Mahlzeiten aufteilen. Bei übergewichtigen Hunden kann der Gemüseanteil auf 20 % angehoben werden (150 g) — mit kalorienarmen Sorten wie Zucchini oder Gurke.

Muss Gemüse beim BARFen püriert werden?

Nicht zwingend püriert, aber unbedingt zerkleinert. Hunde können die Zellulose-Zellwände von Pflanzen nicht effizient aufschließen. Ein ungekochtes, ganzes Stück Gemüse liefert kaum verwertbare Nährstoffe. Fein raspeln reicht für festes Gemüse wie Möhre oder Kohlrabi. Für Blattsalate (Feldsalat, Spinat) ist Pürieren effektiver. Auch kurzes Dämpfen oder aufgetautes TK-Gemüse ist gut: Das Einfrieren bricht Zellwände auf.

Kann ich Gemüseflocken statt frischem Gemüse beim BARFen verwenden?

Ja, gelegentlich — aber Frisch- oder TK-Gemüse ist vorzuziehen. Gemüseflocken verlieren durch die Trocknung und Verarbeitung einen Teil ihrer hitzeempfindlichen Vitamine (v. a. Vitamin C und B-Vitamine). Als Ergänzung oder auf Reisen sind sie praktisch. Als Dauerlösung fehlt die Nährstoffbreite von frischem, abwechslungsreichem Gemüse. Beim Kauf von Fertig-Flocken: Zutatenliste prüfen — keine Zwiebeln, kein Knoblauch, kein Salz.

Welches Gemüse ist giftig für Hunde?

Giftig für Hunde sind: alle Allium-Gewächse (Zwiebeln, Lauch, Schalotten, Schnittlauch — auch gekocht), Avocado (alle Pflanzenteile), Weintrauben und Rosinen (auch kleine Mengen → Nierenversagen), rohe Kartoffeln (Solanin), Rhabarber (hohe Oxalsäure, besonders in den Blättern) sowie rohe Hülsenfrüchte (Lektine, besonders rote Kidneybohnen). Grüne Teile von Nachtschattengewächsen (Tomaten, Paprika — Stiele, Blätter, unreife Früchte) sind ebenfalls zu meiden.

Darf ein BARFender Hund Kartoffeln fressen?

Rohe Kartoffeln sind giftig — sie enthalten Solanin, das sich in der Schale, grünen Stellen und der rohen Knolle konzentriert. Gegarte Kartoffeln sind nicht giftig, aber beim BARFen unüblich: Sie sind hoch in Stärke und Kohlenhydraten und passen nicht in die rohfleischbasierte Ration. Wer dem Hund gelegentlich etwas Gekochtes gibt, kann eine kleine Menge gegarter Kartoffel tolerieren — als BARF-Komponente hat sie keinen Platz.

Anastasia — Entwicklerin von mein-barfrechner.de
Anastasia
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Hunde gehören zu meinem Leben, seit ich denken kann — 35 Jahre, die kein Lehrbuch ersetzt. Den BARF-Rechner habe ich gebaut, weil ich keinen fand, dem ich wirklich vertrauen konnte: 900+ Zutaten, FEDIAF 2024, wissenschaftlich belegt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Symptomen bitte sofort den Tierarzt aufsuchen.
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