Ein Yorkshire Terrier mit 3 kg braucht täglich etwa 90–105 g BARF — aufgeteilt auf 2–3 Mahlzeiten. Fetter Seefisch und Lachsöl sind beim Yorkie besonders wichtig: Omega-3-Fettsäuren versorgen das charakteristische seidige Fell mit den Fettsäuren, die es braucht. Bei Verdacht auf Lebershunt (PSS) immer zuerst zum Tierarzt — vor jedem Futterkonzept.
Der Yorkshire Terrier ist eine der langlebigsten Hunderassen überhaupt — mit einem Median von 13–14 Jahren. Was diese Rasse beim BARFen besonders macht, sind zwei Themen auf einmal: das charakteristische seidige Fell braucht eine bestimmte Fettsäureversorgung, und eine genetisch bedingte Erkrankung — der portosystemische Shunt (Lebershunt) — betrifft rund 3 % der Yorkies und stellt besondere Anforderungen an das Futter. Für die anderen 97 % ist BARF eine hervorragende Wahl — mit den richtigen Zutaten.
Wie viel BARF braucht ein Yorkshire Terrier? (Tagesration nach Gewicht)
Wie beim Chihuahua gilt: Kleine Hunde haben einen höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht als große — bedingt durch ihr ungünstigeres Oberfläche-zu-Masse-Verhältnis und den damit verbundenen höheren Wärmeverlust. Die FEDIAF-Formel für den Ruheumsatz (70 × kg^0,75) zeigt diesen Effekt direkt: Ein 3-kg-Hund braucht pro Kilogramm etwa 1,9-mal so viel Energie wie ein 30-kg-Hund. Der Ausgangsprozentsatz liegt deshalb höher als bei Großrassen.
| Gewicht | wenig aktiv / kastriert (3 %) | normal aktiv (3,5 %) | sehr aktiv (4,5 %) |
|---|---|---|---|
| 2,0 kg | 60 g | 70 g | 90 g |
| 2,5 kg | 75 g | 88 g | 113 g |
| 3,0 kg | 90 g | 105 g | 135 g |
| 3,2 kg | 96 g | 112 g | 144 g |
Laut FCI-Standard Nr. 86 liegt das Maximalgewicht des Yorkshire Terriers bei 3,2 kg. Eine Widerristhöhe ist im Standard nicht festgelegt. Die Tabelle reicht daher bis 3,2 kg — dem oberen Rassegewicht.
BARF-Ration für den Yorkshire Terrier richtig zusammenstellen
Fleischsorten für Yorkshire Terrier
Leicht verdauliche, magere bis mittelreiche Fleischsorten eignen sich am besten: Hähnchenbrust und -schenkel ohne Haut, Pute, Kaninchen, mageres Rindfleisch. Fetter Seefisch — Hering, Lachs, Makrele — mindestens zweimal wöchentlich. Der Fischanteil ist beim Yorkie kein Bonus, sondern essenziell: EPA und DHA aus fettem Seefisch sind die wichtigste Quelle für die Fettsäuren, die das Fell braucht.
Knochen — auf die Größe achten
Für einen 2–3-kg-Hund ausschließlich weiche, fleischige Rohknochen von Geflügel: Hühnerflügel, Hühnerhälse, Hühnerfüße. Harte Rinderknochen oder Lammknochen sind für die zierlichen Zähne des Yorkshire Terriers ungeeignet — Zahnbruchrisiko. Die Faustregel bleibt dieselbe wie beim Chihuahua: Der Knochen muss sich unter leichtem Fingerdruck eindrücken lassen.
Zusätze — besonders Lachsöl
| Komponente | Anteil | Beispiele |
|---|---|---|
| Muskelfleisch | 60–65 % | Hähnchen ohne Haut, Pute, Kaninchen, mageres Rind, Hering, Lachs |
| Rohknochen (weich, fleischig) | 10–15 % | Hühnerflügel, Hühnerhälse, Hühnerfüße |
| Leber | 5 % | Geflügelleber (Hähnchen, Pute) |
| Weitere Innereien | 5 % | Herz, Milz (kleine Stücke) |
| Gemüse und Obst | 10–15 % | Zucchini, Möhre, Kürbis, Fenchel, Apfel (kernlos) |
| Zusätze | 2–3 % | Lachsöl (täglich), Seaalgenmehl, Vitamin E |
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Yorkshire Terrier Fell und BARF: Warum Fettsäuren entscheidend sind
Das seidige, lange Haar des Yorkshire Terriers ist sein Markenzeichen — und direkt abhängig von der Fettsäureversorgung. Bei Fettsäuremangel wird das Fell stumpf, spröde, neigt zu Verfilzung und übermäßigem Haarausfall. Das betrifft nicht nur die Optik: Trockenes, sprödes Fell ist oft ein frühes Zeichen für eine Unterversorgung, die sich später in Hautproblemen manifestiert.
Combarros et al. (Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids, 2020) zeigten in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie: Eine tägliche EPA/DHA-Supplementierung verbesserte Fell-Kliniklscores bei Hunden mit schlechter Fellqualität signifikant ab Tag 60 — mit messbarem Anstieg des Lipidgehalts der Haarschäfte. Die Verbesserungen bildeten sich zurück, wenn die Supplementierung gestoppt wurde.
Was das für Yorkie-BARFende bedeutet:
- Fetter Seefisch mindestens zweimal wöchentlich: Hering, Lachs und Makrele liefern EPA und DHA direkt aus der Nahrung
- Täglicher Lachsöl-Zusatz: Kleinstmenge für einen 3-kg-Hund — nach Packungsangabe für Kleinsthunde dosieren
- Vitamin E als Begleiter: Schützt die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation — unverzichtbar, wenn Omega-3 supplementiert wird
- Omega-6 aus Muskelfleisch: Eine ausgewogene BARF-Ration mit Geflügel und Rind deckt den Omega-6-Bedarf (Linolsäure) über das Futter
Woran man Mangelerscheinungen beim BARFen erkennt: BARF Mangelerscheinungen beim Hund.

Lebershunt beim Yorkie: Was BARFende wissen müssen
Der portosystemische Shunt (PSS) ist eine gefäßanatomische Fehlbildung: Blut aus dem Darm wird an der Leber vorbeigeleitet, anstatt gefiltert zu werden. Giftstoffe — vor allem Ammoniak aus dem Proteinabbau — gelangen ungefiltert in den Körper und können das Gehirn schädigen (hepatische Enzephalopathie).
Der Yorkshire Terrier ist die Rasse mit der höchsten dokumentierten Anfälligkeit für kongenitalen PSS. Tobias & Rohrbach (J Am Vet Med Assoc, 2003) analysierten 2.400 PSS-Diagnosen über 22 Jahre: Das Odds Ratio für Yorkshire Terrier beträgt 35,9 gegenüber allen anderen Hunderassen. Rund 3 % der Yorkshire Terrier erkranken an kongenitalem PSS — verglichen mit etwa 0,18 % im Gesamtdurchschnitt aller Hunde.
Typische PSS-Symptome beim Yorkie:
- Neurologische Auffälligkeiten: Taumeln, Desorientiertheit, Krampfanfälle (besonders nach dem Fressen)
- Schlechtes Wachstum, geringes Körpergewicht trotz ausreichender Fütterung
- Übermäßiger Durst und häufiges Urinieren
- Harnsteine (Ammoniumurat-Kristalle)
BARF und PSS — ein wichtiger Unterschied:
Für einen gesunden Yorkshire Terrier ohne PSS ist BARFen unbedenklich und sinnvoll. Für einen Yorkie mit diagnostiziertem PSS und hepatischer Enzephalopathie ist eine rohfleischbasierte Diät problematisch: Fleischprotein enthält Vorläufer von Ammoniak, die die Symptome verschlimmern. In diesen Fällen werden in der Veterinärmedizin protein-reduzierte Diäten mit leicht verdaulichen Proteinquellen (Milcheiweiß, Pflanzenprotein) empfohlen — keine rohfleischbasierte BARF-Ration.
Die Konsequenz für Yorkie-Halter: Bei den beschriebenen Symptomen zuerst eine veterinärmedizinische Diagnose (Gallensäuretest, Ultraschall). Erst dann das Futterkonzept festlegen — nicht umgekehrt.
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Zahngesundheit beim Yorkshire Terrier
Zahnprobleme gehören beim Yorkshire Terrier zu den häufigsten tierärztlichen Diagnosen — der kleine Kiefer, die enge Zahnstellung und die Neigung zu Zahnstein sind rassetypisch. Industriell hergestelltes, weiches Futter reinigt die Zähne nicht mechanisch.
Beim BARFen übernehmen weiche Rohknochen diese Aufgabe: Hühnerflügel und Hühnerhälse wirken durch das Kauen wie eine natürliche Zahnbürste. Das kann die Zahnsteinbildung verlangsamen und die Zahnfleischgesundheit unterstützen — ersetzt aber keine tierärztliche Zahnkontrolle und professionelle Reinigung bei Bedarf.
Häufige Fehler beim Yorkshire Terrier-BARFen
- Kein Seefisch in der Ration: Omega-3-Quellen für das Fell weglassen ist der häufigste Fehler beim Yorkie-BARFen — Hering oder Lachs gehören fest in die Wochenrotation
- Vitamin E vergessen: Wer Lachsöl supplementiert, braucht zwingend Vitamin E dazu — Omega-3 oxidiert ohne antioxidativen Schutz
- PSS-Symptome ignorieren: Taumeln, Desorientiertheit oder Krampfanfälle nach dem Fressen sind Warnsignale — sofort tierärztlich abklären lassen, bevor die Ration verändert wird
- Harte Knochen: Rinderknochen, Lammknochen oder Rinderspeiche können Yorkshire-Terrier-Zähne brechen — ausschließlich weiche Geflügelknochen
- Zu wenige Mahlzeiten: Yorkies brauchen mindestens zweimal täglich Futter; bei sehr kleinen Exemplaren und Welpen dreimal
- Fettreiche Fleischsorten ohne Kalkulation: Schweinebauch oder Lammbauch als Hauptfleisch treibt die Kaloriendichte bei kleinen Portionen schnell über den Bedarf
Das Ca:P-Verhältnis in der Ration richtig einhalten — besonders bei kleinen Hunden mit Knochenanteil: Ca:P-Verhältnis beim BARFen.
Yorkshire Terrier Welpe barfen — besonders kritisch
Yorkie-Welpen sind in den ersten Lebenswochen besonders anfällig für Hypoglykämie — die winzigen Körpermassen können kaum Glykogen speichern. Mehrere kleine Mahlzeiten täglich sind Pflicht, und der Kalorienbedarf ist im Verhältnis zum Körpergewicht erheblich höher als beim ausgewachsenen Hund. PSS zeigt sich oft erst im Welpenalter — schlechtes Wachstum trotz guter Fütterung ist ein frühes Warnsignal.
Genaue Bedarfswerte für Yorkshire-Terrier-Welpen nach FEDIAF 2024: BARF-Rechner für Welpen.
Ration für deinen Yorkshire Terrier individuell berechnen
100 g Tagesration, aufgeteilt auf drei Mahlzeiten, mit dem richtigen Lachsöl-Anteil und der passgenauen Seaalgenmehl-Dosierung für einen 3-kg-Hund — das lässt sich ohne Rechner kaum verlässlich treffen. Beim Yorkshire Terrier ist die Präzision genauso gefragt wie beim Chihuahua.
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FAQ
Wie viel BARF braucht ein 3 kg Yorkshire Terrier pro Tag?
Ein 3 kg schwerer, normal aktiver Yorkshire Terrier braucht täglich etwa 105 g BARF (3,5 % des Körpergewichts), aufgeteilt auf mindestens zwei Mahlzeiten. Wenig aktive oder kastrierte Tiere beginnen mit 90 g (3 %), sehr aktive Hunde können auf 135 g (4,5 %) steigen. Die Körperkondition — Rippen unter leichtem Druck tastbar, aber nicht sichtbar — ist die wichtigste Kontrollgröße.
Warum ist Lachsöl für Yorkshire Terrier beim BARFen so wichtig?
Das charakteristische seidige Yorkshire-Fell ist auf eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) angewiesen. Eine randomisierte kontrollierte Studie (Combarros et al., 2020) zeigte, dass EPA/DHA-Supplementierung Fellqualität und Lipidgehalt der Haarschäfte signifikant verbessert. Fetter Seefisch zweimal wöchentlich plus tägliches Lachsöl bilden die Grundlage — immer zusammen mit Vitamin E als Antioxidans.
Kann ein Yorkie mit Lebershunt barfen?
Ein Yorkshire Terrier mit diagnostiziertem PSS und hepatischer Enzephalopathie sollte keine rohfleischbasierte BARF-Diät erhalten — Fleischprotein liefert Ammoniak-Vorläufer, die die Symptome verschlimmern. In diesem Fall braucht der Hund eine speziell angepasste tierärztliche Diät. Für Yorkies ohne PSS-Diagnose und ohne entsprechende Symptome ist BARFen unbedenklich.
Wie oft am Tag soll ich meinen Yorkshire Terrier barfen?
Mindestens zweimal täglich, idealerweise dreimal. Yorkies haben aufgrund ihrer kleinen Körpermasse geringe Energiereserven — mehrere kleine Mahlzeiten sorgen für eine gleichmäßigere Energieversorgung. Besonders Yorkie-Welpen in den ersten Lebensmonaten benötigen häufigere Mahlzeiten.
Welche Knochen darf ein Yorkshire Terrier beim BARFen fressen?
Nur weiche, fleischige Rohknochen von Geflügel: Hühnerflügel, Hühnerhälse und Hühnerfüße. Harte Rinderknochen, Rinderspeiche oder Lammknochen sind für den kleinen Kiefer des Yorkshire Terriers ungeeignet — Zahnbruchrisiko. Der Knochen muss sich unter leichtem Fingerdruck eindrücken lassen.
Woran erkenne ich Fettsäuremangel beim Yorkshire Terrier?
Erste Anzeichen sind stumpfes, sprödes Fell, das leicht verfilzt, übermäßiger Haarausfall und schuppige, trockene Haut. Bei BARFenden Yorkies entsteht Fettsäuremangel meist, wenn kein Seefisch und kein Lachsöl in die Ration integriert werden. Auch fehlende Vitamin-E-Supplementierung kann das Bild verschlimmern, da Vitamin E die Omega-3-Fettsäuren vor Oxidation schützt.